Kontakt Endlich Kind sein dürfen

Die Eltern verstehen lernen

Alexander Kopp (Name geändert) spielt oft den Clown: Der Achtjährige demonstriert in der Schule gerne, dass zu Hause alles in Ordnung ist. Doch die Fassade trügt. Beide Eltern sind psychisch krank – die Mutter hat eine schwere Depression, der Vater ist wegen eines Burn-outs arbeitsunfähig. Beide haben sogar für den ganz normalen Alltag keine Kraft. Liebe und Geborgenheit, die für andere Kinder selbstverständlich sind, bleiben Alexander und seinen beiden Geschwistern oft verwehrt. Häufig denkt Alexander, er sei schuld, wenn seine Eltern traurig sind.

Kinder für’s Leben stärken
Seit einem Jahr besucht Alexander die Gruppe für Kinder psychisch kranker Eltern der Oberlin-Jugendhilfe. Hier lernt er, die Krankheit seiner Eltern besser zu verstehen. Und hier kann Alexander malen, spielen und toben – gemeinsam mit Kindern, die zuhause Ähnliches erfahren.

Prävention auf Spendenbasis
Kinder, deren Eltern psychisch krank sind, leiden später selbst drei- bis viermal häufiger unter psychischen Störungen. Die Oberlin-Jugendhilfe hat deshalb 2005 diese Kindergruppe aufgebaut. Sie stärkt die betroffenen Kinder und zeigt ihnen, wie sie besser mit ihrer Situation zurechtkommen können. Leider gibt es für solche präventiven Angebote keine staatlichen Mittel.
Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende, dass die Oberlin-Jugendhilfe auch in Zukunft Kinder psychisch erkrankter Eltern unterstützen kann. Herzlichen Dank!

Kind sein dürfen

Sozialpädagogin Sabrina Dürr, Leiterin der Kindergruppe, erklärt das Konzept: „Eine psychische Erkrankung kann jeden treffen. Die Betroffenen schämen sich häufig. Sie erfahren, dass eine psychische Erkrankung in der Gesellschaft ein Tabu ist. Die Kinder sind in dieser Situation sehr einsam. Sie übernehmen früh Verantwortung im Haushalt oder für Geschwister und können fast nie Freunde nach Hause einladen, um das „Familiengeheimnis“ zu bewahren. Sie wollen den Eltern helfen – vergebens. Unsere Kindergruppe ist ein wichtiger Rettungsanker. Hier können die Kinder loslassen und einfach nur Kind sein.“

Kontakt

Silke Fehrenbach Referentin Spenden und Helfen BruderhausDiakonie
Stiftung Gustav Werner und Haus am Berg

Ringelbachstraße 211
72762 Reutlingen

Telefon 07121 278-223