Kontakt Corona Virus

Hilfe in der Krise

Seit Montag, 22. März, verbringt Klaus Beck (Name geändert) den Tag in seinem Ein-Zimmer-Apartment, anstatt auf dem Hofgut Gaisbühl. Der 28-Jährige macht sich Sorgen: Wenn er und seine Kollegen in der Landwirtschaft fehlen, wer erntet den Feldsalat, mit dem der Hofladen die lokalen Supermärkte beliefert? Wer pikiert die Tomatensetzlinge und pflanzt sie später im Freiland?

Klaus Beck weiß, dass er wegen eines Krankheitserregers, des Corona-Virus, vorerst nicht mehr arbeiten darf. Die Werkstätten für Menschen mit Behinderung mussten zum Schutz der Beschäftigten schließen. Doch ohne Arbeit und die Kollegen aus der Grünen Gruppe fühlt sich der Bad Uracher einsam und verloren. Wie ihm geht es hunderten von Arbeitskräften mit Behinderung in der BruderhausDiakonie.

Wenn das, was Sicherheit gibt, wegbricht

Andrea Achmann, Bereichsleiterin Tagesstruktur der Werkstätten Reutlingen, erklärt, welche Folgen die Schließung für Menschen mit geistiger Behinderung und chronisch psychisch Erkrankte hat: „Besonders hart trifft es Menschen mit Autismus: Für sie ist Struktur besonders wichtig. Ihnen fehlt jeglicher Halt, sie müssen sich auf Orte, Bezugspersonen und Abläufe verlassen können. Wir sehen, wie bei ihnen das Chaos im Kopf wächst, als fühlten sie sich ausgesetzt in einem unbekannten Land.“ Schwierig ist es auch für Familien, schwermehrfachbehinderte Angehörige tagsüber zuhause zu betreuen. Für diejenigen mit dem höchsten Unterstützungsbedarf hat die BruderhausDiakonie Notgruppen eingerichtet.

Im Umgang mit Menschen mit Behinderung ist körperliche Nähe, ist die Hand auf der Schulter eine zentrale und manchmal die einzige Kommunikationsform. All‘ das ist in der jetzigen Situation nicht mehr möglich. Telefonate und Online-Chats, über die Kontakte aufrechterhalten werden können, stehen Menschen mit Behinderung nur eingeschränkt zur Verfügung.  

Notbetreuung in der Werkstatt, Essen und Unterstützung zuhause

Die BruderhausDiakonie trägt Verantwortung dafür, dass Menschen mit geistiger Behinderung oder psychischer Erkrankung ohne größere Schäden durch die Krise kommen. Unsere Fachkräfte unterstützen die Menschen nun in anderer Form und an anderen Orten. Sie entwickeln Tagesstrukturangebote in Wohngruppen und besuchen ambulant betreute Klientinnen und Klienten regelmäßig. Wir erklären die Situation in leichter Sprache, achten auf bestmögliche Hygiene und versuchen trotzdem, sozialen Bedürfnissen Rechnung zu tragen.

Wer sich nicht selbst versorgen kann, erhält Mahlzeiten von der Zentralküche oder wird bei Lebensmitteleinkäufen und der Zubereitung unterstützt. Beides ist sowohl personell als auch logistisch ein Kraftakt.  

Mit Ihrer Spende helfen Sie uns gerade jetzt!

Die Corona-Krise bringt für Beschäftigte in unseren Werkstätten, für die Bewohnerinnen und Bewohner unserer Seniorenzentren und für Kinder und Jugendliche in unseren Jugendhilfen besondere Härten mit sich. Fachkräfte in der Pflege und Betreuung versuchen, sie trotz aller Einschränkungen so gut wie möglich zu unterstützen: mit kreativen Ideen und erheblichem persönlichen Einsatz.

Auch für uns ist die Situation mit zusätzlichen Ausgaben und wirtschaftlicher Unsicherheit verbunden. Die Kosten für Desinfektionsmittel und Schutzkleidung steigen. Die Einnahmen aus dem Verkauf der Werkstätten fallen weg.

Danke wenn Sie uns in dieser Situation unterstützen!

Zusammenhalten in der Krise

Für uns alle ist die aktuelle Lage mit Veränderungen und Einschränkungen verbunden. Wir müssen uns anpassen und mit Ängsten und Ungewissheit leben. Für Menschen mit Behinderung, für psychisch Erkrankte und Pflegebedürftige in der BruderhausDiakonie brechen wichtige Stützpfeiler in ihrem Leben weg. Danke, dass Sie mithelfen, unsere verletzlichsten Mitmenschen zu unterstützen.

Die Pflege- und Betreuungskräfte in der BruderhausDiakonie leisten Unglaubliches in dieser Zeit. Ihnen danken wir mit diesem Video der Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Kenzingen: https://youtu.be/wv3KJJr78dQ.

 

 

Kontakt

Silke Fehrenbach Referentin Spenden und Helfen BruderhausDiakonie
Stiftung Gustav Werner und Haus am Berg

Ringelbachstraße 211
72762 Reutlingen

Telefon 07121 278-223